Am Ende eines Masterstudiums stehen Sie vor einer Arbeit, die Sie über viele Monate, oft Jahre hinweg begleitet hat – und mit ihr eine Reihe von Menschen, ohne die dieser Abschluss in dieser Form kaum denkbar gewesen wäre.
Die Danksagung in der Masterarbeit ist der Ort, an dem Sie diese Begleitung sichtbar machen können: eine kurze, persönliche Geste, die zwischen akademischer Form und menschlicher Nähe vermittelt. Verpflichtend ist sie nicht. Weder Prüfungsordnungen noch der Duden (2020) schreiben sie vor, und auch in einschlägigen Schreibratgebern wie denen von Wisspro wird sie als freiwilliger Bestandteil beschrieben (Rossig & Prätsch, 2008).
Dennoch entscheiden sich viele Studierende bewusst dafür, Betreuungspersonen, Familie, Freundinnen und Freunde sowie gegebenenfalls finanzielle Förderer mit einigen wohlüberlegten Sätzen zu würdigen – als Ausdruck von Dankbarkeit, Wertschätzung und Anerkennung gegenüber denjenigen, die zum Gelingen der Abschlussarbeit beigetragen haben.
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wo die Danksagung im Aufbau Ihrer Arbeit platziert wird, welche Inhalte üblich sind und welche typischen Formulierungen sich bewährt haben. Sie finden konkrete Vorlagen für unterschiedliche Adressatengruppen, einen vollständigen Mustertext sowie Hinweise zu häufigen Fehlern, die Sie vermeiden sollten, damit Ihre Danksagung dem wissenschaftlichen Charakter der Arbeit angemessen bleibt.
Was ist eine Danksagung und wann ist sie sinnvoll?
Eine Danksagung ist ein kurzer, persönlich gehaltener Textabschnitt, in dem Verfasserinnen und Verfasser einer Abschlussarbeit jenen Personen Anerkennung aussprechen, die fachlich, organisatorisch, emotional oder finanziell zum Gelingen beigetragen haben. Der Duden (2020) versteht darunter schlicht den Ausdruck des Dankes – eine Definition, die bewusst weit gefasst ist, weil die konkrete Ausgestaltung dem Autor überlassen bleibt. Im akademischen Schreiben hat sich die Konvention sowohl in der Bachelorarbeit als auch die Danksagung in der Masterarbeit und Dissertation etabliert, ohne jedoch verbindlich vorgeschrieben zu sein (Rossig & Prätsch, 2008).
Verpflichtend ist sie nicht: Weder Prüfungsordnungen noch Hochschulrichtlinien fordern sie in der Regel ein, und sie fließt nicht in die Bewertung der Arbeit ein. Sie zählt nicht zum wissenschaftlichen Teil und wird üblicherweise auch nicht in den Umfang der zu prüfenden Seitenzahl eingerechnet. Trotzdem lohnt sich vorab ein Blick in die Prüfungsordnung oder ein kurzes Gespräch mit der Betreuungsperson, da einzelne Fakultäten formale Vorgaben zu Platzierung oder Länge machen.
Fachspezifisch unterscheidet sich die Praxis deutlich:
- Naturwissenschaften und Medizin: Häufig sind Förderhinweise (z. B. auf DFG-Projekte, Stipendien oder Drittmittelgeber) verpflichtend und werden formell aufgeführt.
- Sozialwissenschaften: Mischung aus sachlichem Dank an Forschungspartner und persönlicher Würdigung.
- Geisteswissenschaften: Der persönliche, oft reflektierende Charakter überwiegt; im Vordergrund stehen Betreuung und intellektueller Austausch.
Aufbau und Platzierung im Dokument
Wo die Danksagung steht, ist nicht einheitlich geregelt. Am weitesten verbreitet ist die Position im Vorspann – nach dem Abstract und vor dem Inhaltsverzeichnis. Alternativ erscheint sie am Ende der Arbeit vor dem Literaturverzeichnis; diese Variante ist im angloamerikanischen Raum und in Dissertationen üblich.
Im Inhaltsverzeichnis erscheint der Abschnitt in der Regel nicht und erhält keine Kapitelnummer. Einige Hochschulen verlangen bei Platzierung am Ende jedoch einen Eintrag ohne Nummerierung – ein Blick in die Fakultätsvorgaben lohnt sich. Die Seitenzahl wird im Vorspann üblicherweise in römischen Ziffern gesetzt.
Für Umfang und Formatierung gelten folgende Richtwerte:
- Länge: eine halbe bis eine A4-Seite, etwa 150–250 Wörter
- Schrift: identisch zum Fließtext (Times New Roman 12 pt oder Arial 11 pt)
- Zeilenabstand: 1,15 oder 1,5 – analog zum Dokument
- Stil: Ich-Form erlaubt, Abschluss mit Ort, Datum und gegebenenfalls Unterschrift
- Hervorhebungen: sparsam, Namen weder fett noch kursiv
Welche Personen in die Danksagung gehören
Welche Personen in der Danksagung erscheinen, hängt vom Entstehungsprozess der Arbeit ab. Die wissenschaftliche Schreibberatung empfiehlt, sich auf substanziell Beteiligte zu beschränken und etwa drei bis zehn Adressaten zu nennen (Rossig & Prätsch, 2008).
Üblich ist eine Reihenfolge vom akademischen zum privaten Umfeld:
- Erst- und Zweitbetreuung: mit vollständigem akademischem Titel und korrekter Bezeichnung des Lehrstuhls.
- Wissenschaftliches Personal: Doktorandinnen, Postdocs oder Sekretariat, die methodisch oder organisatorisch unterstützt haben.
- Interviewpartner und Studienteilnehmende: häufig anonymisiert, z. B. „allen Interviewpartnern, die sich Zeit genommen haben“.
- Korrekturlesende, Kommilitoninnen und Schreibgruppen.
- Finanzielle Unterstützung: Stipendiengeber wie die Studienstiftung des deutschen Volkes, der DAAD oder die Konrad-Adenauer-Stiftung – namentlich nennen, sofern die Arbeit dadurch ermöglicht wurde.
- Unternehmen bei Praxisarbeiten: betreuende Person und Unternehmen, falls die Masterarbeit im Kooperationsprojekt entstand.
- Familie, Partner und Freunde: abschließend, nach der Höflichkeitsregel „meine Familie und ich“.
Die DFG-Förderung wird nicht in der allgemeinen Danksagung, sondern im separaten Funding Acknowledgement mit Projektnummer ausgewiesen.
Typische Formulierungen und sprachlicher Stil
Die Ich-Form ist in der Danksagung ausdrücklich erlaubt – anders als im wissenschaftlichen Hauptteil (Rossig & Prätsch, 2008). Achten Sie auf einen respektvollen, ruhigen Stil, der weder förmlich-distanziert noch vertraulich-flapsig klingt.
Bewährte Eröffnungs- und Übergangsformulierungen:
- „Mein besonderer Dank gilt …“
- „Ich danke herzlich …“
- „Mein aufrichtiger Dank geht an …“
- „Bedanken möchte ich mich bei …“
- „Ein besonderes Dankeschön gebührt …“
- „Nicht zuletzt danke ich …“
- „Darüber hinaus möchte ich … danken“
- „Abschließend gilt mein Dank …“
Zu häufigen Fehlern zählen umgangssprachliche Bemerkungen, übertriebenes Lob und ausschweifende Passagen, die unprofessionell wirken. Auch sprachliche Stolperer wie „vielen danke“ statt „vielen Dank“ oder eine durchgehende Du-Anrede an die Betreuungsperson mindern die Wirkung. Humor ist in wissenschaftlichen Arbeiten unangebracht.
Halten Sie Formulierungen konkret: Eine kurze Nennung, wofür Sie danken (methodische Beratung, Korrekturlesen, moralische Unterstützung), wirkt aufrichtiger als pauschale Floskeln wie „für alles“.
Ein weiteres Thema zum Lesen: Leichte Falträder.
Häufige Fehler und Stolperfallen
Selbst eine sorgfältig formulierte Danksagung kann durch Unachtsamkeiten an Wirkung verlieren. Intime Details aus der Beziehung, gesundheitliche Krisen oder familiäre Konflikte gehören nicht in einen Text, der mit der Prüfungsarbeit eingereicht wird. Auch Haustiere auf derselben Ebene wie die Erstbetreuung zu nennen, wirkt im Prüfungskontext unprofessionell.
Besondere Sorgfalt verdienen akademische Titel. Der Professorentitel wird abgekürzt „Prof.“ geschrieben und steht vor dem Doktorgrad, etwa „Prof. Dr. Max Mustermann“ oder bei einer Ehrendoktorwürde „Prof. Dr. Dr. h.c. Max Mustermann“. Prüfen Sie die genaue Schreibweise stets auf der offiziellen Lehrstuhlwebsite.
Weitere typische Stolperfallen:
- Rechtschreibung von Eigennamen: Doppelkonsonanten, Umlaute oder Bindestriche werden gerne übersehen
- Übertriebene Lobeshymnen wie „der beste Betreuer aller Zeiten“ wirken anbiedernd
- Insiderwitze und Anspielungen, die nur der inneren Gruppe verständlich sind
- Unangemessener Humor, etwa ironische Seitenhiebe auf andere Lehrstühle
Lassen Sie den Text vor der Abgabe von einer dritten Person gegenlesen – idealerweise jemand außerhalb Ihres Fachgebiets.
Vorlagen und Beispiele für verschiedene Adressaten
Die folgenden Kurzvorlagen dienen als Ausgangspunkt. Passen Sie sie an Namen, Titel und konkrete Verdienste an – eine wörtliche Übernahme ist nicht empfehlenswert.
Betreuungsperson / Erstbetreuung
Mein besonderer Dank gilt Frau Prof. Dr. [Name] für die wissenschaftliche Betreuung meiner Masterarbeit. Ihre konstruktiven Anmerkungen und das in mich gesetzte Vertrauen haben den Forschungsprozess entscheidend geprägt.
Zweitgutachter
Herrn Prof. Dr. [Name] danke ich herzlich für die Übernahme des Zweitgutachtens sowie für seine wertvollen Hinweise in der Konzeptionsphase.
Interviewpartner und Studienteilnehmende
Mein aufrichtiger Dank geht an alle Interviewpartnerinnen und Interviewpartner – ohne ihre Offenheit wäre die empirische Untersuchung nicht möglich gewesen.
Finanzielle Unterstützung / Stipendiengeber
Bedanken möchte ich mich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für die finanzielle und ideelle Förderung.
Korrekturlesende
Ein besonderes Dankeschön gebührt [Name] für das sorgfältige Korrekturlesen sowie Anmerkungen zu Sprache und Aufbau.
Familie
Von Herzen danke ich meinen Eltern, die mir mein Studium ermöglicht und mich bedingungslos unterstützt haben.
Freunde und Partner
Nicht zuletzt danke ich [Name] und meinen Freundinnen und Freunden für ihren Rückhalt in intensiven Schreibphasen.
Vollständiger Mustertext einer Danksagung
Wie die bisher gezeigten Bausteine zusammenwirken, lässt sich am besten an einem vollständigen Beispiel nachvollziehen. Der folgende Mustertext kombiniert akademische und private Adressaten in ausgewogener Reihenfolge. Verstehen Sie ihn als Vorlage: Tauschen Sie Namen, Titel und konkrete Beiträge so aus, dass sie Ihren tatsächlichen Entstehungsprozess widerspiegeln.
Beispiel zum Anpassen – vollständige Danksagung
Die vorliegende Masterarbeit wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Personen nicht in dieser Form entstanden. Mein besonderer Dank gilt Frau Prof. Dr. Anna Berger für die engagierte Erstbetreuung und die konstruktive Kritik, die mein Forschungsvorhaben entscheidend geschärft hat. Herrn Prof. Dr. Thomas Klein danke ich für die Übernahme des Zweitgutachtens sowie für die wertvollen methodischen Hinweise.
Allen Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern danke ich für ihre Offenheit. Der Konrad-Adenauer-Stiftung gilt mein Dank für die finanzielle und ideelle Förderung, Lisa Hartmann für das sorgfältige Korrekturlesen.
Nicht zuletzt danke ich meinen Eltern, die mir mein Studium ermöglicht haben, sowie meinem Partner Jonas und meinen Freundinnen und Freunden für ihren Rückhalt.
München, im Mai 2024
Fazit
Eine Danksagung in einer Masterarbeit ist kein verpflichtender Bestandteil und fließt nicht in die Bewertung ein – und doch verdient sie genau jene Sorgfalt, die Sie auch dem Hauptteil Ihrer Arbeit gewidmet haben. Aus den vorangegangenen Abschnitten zeichnet sich ein klares Bild ab: Eine gelungene Würdigung folgt einer überschaubaren Struktur, bleibt zwischen 150 und 250 Wörtern, ordnet die genannten Personen vom akademischen zum privaten Umfeld und bewegt sich sprachlich zwischen Zurückhaltung und persönlicher Wärme. Die Vorlagen, die hier gezeigt wurden, sind als Gerüst zu verstehen – ihre eigentliche Wirkung entfalten sie erst dann, wenn Sie konkrete Namen, individuelle Beiträge und den persönlichen Tonfall einfließen lassen.
Nehmen Sie sich für diese halbe Seite bewusst Zeit. Prüfen Sie akademische Titel und Eigennamen auf der jeweiligen Lehrstuhlwebsite, lassen Sie den Text von einer dritten Person gegenlesen und vergewissern Sie sich, dass die Reihenfolge der Adressaten dem tatsächlichen Beitrag zur Entstehung Ihrer Arbeit gerecht wird. Diese letzte Feinarbeit ist Ausdruck genau jener Wertschätzung, die Sie kommunizieren möchten – und sie schützt Sie vor den typischen Stolperfallen zwischen privater Nähe und wissenschaftlichem Anspruch.
Mit der Danksagung setzen Sie den letzten Akzent unter ein anspruchsvolles Stück Arbeit. Sie ist ein kurzer Moment der Zusammenfassung Ihres Weges, ein Ausdruck aufrichtiger Dankbarkeit gegenüber denjenigen, die Sie getragen haben, und zugleich ein leiser, würdiger Abschluss eines bedeutenden Lebensabschnitts. Zum erfolgreichen Ende Ihres Masterstudiums: alles Gute für die kommenden Schritte.
FAQs
Ist die Danksagung in der Masterarbeit verpflichtend?
Nein. Weder Prüfungsordnungen noch Schreibratgeber wie Rossig und Prätsch (2008) schreiben sie vor, und sie fließt nicht in die Bewertung ein. Ein Blick in die fakultätseigenen Vorgaben ist dennoch sinnvoll, da einzelne Hochschulen formale Hinweise zu Platzierung oder Förderhinweisen machen.
Wie lang darf eine Danksagung maximal sein?
Üblich sind 150 bis 250 Wörter, also eine halbe bis maximal eine ganze A4-Seite. Längere Texte wirken im wissenschaftlichen Kontext schnell ausschweifend. Entscheidend ist nicht der Umfang, sondern die inhaltliche Substanz: lieber wenige Personen konkret würdigen als viele pauschal.
Darf ich in der Danksagung „Ich“ verwenden?
Ja. Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Hauptteil, in dem die Ich-Form nach gängigen Schreibkonventionen vermieden wird, ist sie in der Danksagung ausdrücklich erlaubt und sogar üblich (Rossig & Prätsch, 2008). Sie unterstreicht den persönlichen Charakter dieses Abschnitts.
Welche Personen sollten zuerst genannt werden?
Die Reihenfolge verläuft konventionell vom akademischen zum privaten Umfeld: zuerst Erst- und Zweitbetreuung, dann wissenschaftliche Mitarbeitende, Studienteilnehmende, Stipendiengeber und Korrekturlesende, abschließend Familie, Partnerin oder Partner sowie Freundinnen und Freunde. Innerhalb der akademischen Gruppe richtet sich die Reihenfolge nach dem Beitrag zur Arbeit.